Zukunftschancen für türkische Jugendliche verbessern

Eingestellt: 11.09.09

Start der Initiative „aktiF“: Türkische Jugendliche und deren Eltern sollen gezielt auf die Anforderungen in der Berufswelt vorbereitet und dafür sensibilisiert werden, dass eine fundierte Schul- und Berufsausbildung den Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft darstellt.

Vielen Jugendlichen mit Migrationshintergrund gelingt der Übergang von der Schule in eine qualifizierte Berufsausbildung alles andere als reibungslos. Dies hat auch damit zu tun, dass die Anforderungen der Unternehmen an ihre Auszubildenden in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Immer mehr junge Migranten erfüllen die geforderten Kriterien der Ausbildungsreife nicht. Ihre Bildungsabschlüsse sind deutlich niedriger als bei deutschen Jugendlichen. In der Landeshauptstadt München verlassen fast 20 Prozent der jungen Migranten die Schule ohne Abschluss. Weitere 22 Prozent schaffen lediglich den Hauptschulabschluss. Die türkischen Staatsbürger bilden dabei die zahlenmäßig stärkste Gruppe.

Die Initiative „aktiF“, die vom Johanniterorden, der „Deutsch-Türkischen Wirtschaftsvereinigung“ und der Agentur für Arbeit München getragen wird, setzt genau an dieser Stelle an. Türkische Jugendliche und deren Eltern sollen gezielt auf die Anforderungen in der Berufswelt vorbereitet und dafür sensibilisiert werden, dass eine fundierte Schul- und Berufsausbildung den Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft darstellt. In einem neu eingerichteten Büro mit Sitz in der Agentur für Arbeit München leisten zwei türkischsprachige Mitarbeiter diese Beratungs- und Informationsarbeit - in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Berufsbera-tung der Arbeitsagentur. Die Agentur für Arbeit München ist auch deshalb ein geeigneter Standort für das „aktiF – Büro“, da sehr viele junge Migranten dorthin zur Berufsberatung kommen und daher keine Barrieren bestehen. Die beiden Mitarbeiter im „aktiF“-Büro in der Arbeitsagentur München - Ahmet Naz und Asiye Begonya Tunçtekin - sind über eine

telefonische Hotline 089/ 54 84 36 97 von Montag bis Freitag, 14.00 – 19.00 Uhr, zu erreichen.

Die Initiative „aktiF“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein Netzwerk von Kontakten zu Familien und Schulen, aber auch zu Unternehmen und türkischen Vereinen zu knüpfen. Da es sich hier um eine komplexe und prozessorientierte Aufgabe handelt, beginnt die Arbeit von „aktiF“ bereits im schulischen Bereich. Hier werden die entscheidenden Weichen für die späteren Möglichkeiten und Chancen im Berufsleben gestellt.

Die Angebote von „aktiF“ richten sich vor allem an die türkischen Eltern. Sie sollen in den Bildungs- und Ausbildungsprozess ihrer Kinder stärker als bisher einbezogen werden und dann auch die Verantwortung dafür übernehmen. Die türkischen Eltern erhalten Informationen über die unbedingte Notwendigkeit, ihre Kinder zweisprachig zu erziehen. Die wichtige Rolle der Kindergärten im Sozialisierungs- und Bildungsprozess ihrer Kinder, aber auch die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit mit der Schule, der Arbeitsagentur und mit dem Ausbildungsbetrieb während einer betrieblichen Lehre wird ihnen ebenfalls verdeutlicht. Sie erhalten auch konkrete Hilfestellungen bei sprachlichen Problemen und bei schulischen Schwierigkeiten. Zusammen mit interessierten Schulen werden zudem spezielle Informationsveranstaltungen für türkische Eltern durchgeführt, um die vorhandenen Hemmschwellen abzubauen. Die vielen türkischen Vereine, die ihren Mitgliedern den hohen Stellenwert einer guten Schul- und Berufsausbildung nahe bringen können, sollen ebenfalls in dieses Netzwerk eingebunden werden. Außerdem sucht und pflegt „aktiF“ Kontakte zu Unternehmen, die bereits jetzt junge Migranten ausbilden bzw. künftig ausbilden könnten und dabei Unterstützung benötigen.

Quelle: Pressemitteilung der Agentur für Arbeit München Nr. 40/2007 – 3. Mai 2007

Weitere Informationen: http://www.arbeitsagentur.de